~ Wissenswertes ~ 19.04.2021

Metabolic Balance - Der Darm und seine Bewohner

Metabolic Balance - Silvia Bürkle

Der Darm ist einer der wichtigsten Teile unseres Körpers. Er ist nicht nur Part des Verdauungssystems, sondern hat auch großen Einfluss auf unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden. Silvia Bürkle erklärt ausführlich, warum man den Darm gesund halten muss und wie man ihn in seinen Aufgaben optimal unterstützt.

Der Darm ist ein wichtiger Teil des Verdauungssystems – er transportiert den Nahrungsbrei, nimmt Nährstoffe und Wasser auf, bildet Vitamine und kurzkettige Fettsäuren und scheidet unverdauliche Nahrungsbestandteile aus. Mit einer Länge von ca. acht Metern, einer Oberfläche von bis zu 400 Quadratmetern und nur wenigen Zentimetern Durchmesser ist er die Hauptverkehrsader vom Lebensmittelangebot im Supermarkt bis in die Blutbahn.

Mit der Nahrung nehmen wir nicht nur lebenswichtige Nährstoffe auf, die über den Darm in die Blutbahn gelangen, sondern auch viele Fremdstoffe und Krankheitserreger. Ein gesunder Darm, der mit einer guten Darmflora ausgestattet ist und dessen Darmwandbarriere intakt ist, kann bereits vorab Giftstoffe und pathogene Keime abfangen, vernichten und ausscheiden, so dass sie keine Gefahr mehr für den Körper darstellen.

Leider ist die „Innenausstattung“ des Darms durch die heutige moderne Ernährungs- und Lebensweise massiv gestört. Oftmals ist die Darmschleimhaut geschädigt, z.B. durch eine ballaststoffarme Ernährung und ein Zuviel an Zucker oder auch durch reichlich Zusatzstoffe, die vielen Fertiglebensmitteln in großen Mengen zugesetzt werden. Man schätzt, dass etwa 8 Kilogramm Konservierungsstoffe im Laufe eines erwachsenen Lebens den Darm passieren. Das ist insofern ungünstig, da die Konservierungsstoffe im Darm genauso ihrer Aufgabe gerecht werden, wie sie dies als Zusatz in Lebensmitteln tun: Sie vernichten Bakterien und unterscheiden dabei nicht zwischen krankmachenden oder der Gesundheit zuträglichen Darmbakterien.
 

Die Darmschleimhaut als Grenzposten
Nährstoffe und Wasser sollen aus dem Darm in den Körper gelangen. Das gilt aber nicht für unverdaute Nahrungsbestandteile, Gift- und Schadstoffe. Deshalb muss die Darmschleimhaut eine wirksame Barriere bilden. Normalerweise sind die Zellen im Darm dicht an dicht angelegt und die Zellzwischenräume werden mit einer Art „Klettband“, d.h. mit Membranprotein-Komplexen, den sogenannten „Tight Junctions“, abgedichtet.  Zusätzlich erhält die Darmschleimhaut Unterstützung durch eine Vielzahl unterschiedlicher Darmbakterien, die sich wie ein „dicker flauschiger Teppich“ auf der Darmschleimhaut ansiedeln, so dass eine undurchlässige Schranke zum Blutkreislauf entsteht. Die Tight Junctions können bei Bedarf gezielt geöffnet werden, um größere Moleküle und auch größere Mengen Wasser passieren zu lassen.

Störfaktoren wie z.B. Stress, Medikamente, Alkohol, pathogene Keime und unterschiedliche Zusatzstoffe können die Darmflora verändern und die Darmschleimhaut schädigen. Von einer veränderten Darmflora profitieren in erster Linie die krankheitserregenden Bakterien, denn diese können sich sehr schnell an das veränderte Milieu anpassen und sich entsprechend schnell vermehren. Als Folge können Entzündungen der Darmschleimhaut auftreten und das Darmepithel wird nach und nach durchlässig (Leaky-Gut-Syndrom) für Allergene, Schadstoffe und Krankheitserreger, die dem Körper schaden. Auch Allergien, Diabetes mellitus Typ2, Hauterkrankungen und Pilzinfektionen werden mit einer geschädigten und veränderten Darmflora in Verbindung gebracht.

Nahrung für die Darmzellen
Mit Lactobazillen (Milchsäurebakterien) und Bifidobakterien, die sich ausreichend im Darm ansiedeln, kann die Darmschleimhaut geschützt und gestärkt werden. In Studien konnte eindrucksvoll nachgewiesen werden, dass Lactobazillen Defekte, die durch schädliche Bakterien verursacht wurden, reparieren konnten.

Eine möglichst breite Bakterienbesiedlung im Darm ist also mehr als erwünscht. So kann sichergestellt werden, dass der Darm gut versorgt und die Darmzellen optimal ernährt werden. Die Darmzellen erhalten alle lebenswichtigen Nährstoffe direkt aus dem Darminhalt. Der Darminhalt kann von einigen Darmbakterien aus der Gruppe der Lactobazillen und Bifidobakterien teilweise verstoffwechselt werden, wobei kurzkettige Fettsäuren gebildet werden. Kurzkettige Fettsäuren liefern Energie, regen die Darmperistaltik und die Durchblutung der Darmwand an. Besonderes Augenmerk liegt hier auf der Buttersäure, die den Stoffwechsel der Darmschleimhaut und das Wachstum der Blutgefäße in der Darmwand fördert. Außerdem wirkt sie entzündungshemmend und anticancerogen.

Propionsäure und Essigsäure spielen eine wichtige Rolle in der Gluco- und Lipogenese. Außerdem unterstützt die Propionsäure neben dem Aufbau der Darmflora auch den Zuckerhaushalt. Sie drosselt die Zuckerfreisetzung und regt die Bauchspeicheldrüse an, Insulin zu produzieren. Gleichzeitig wird die Empfindlichkeit der Körperzellen gegenüber Insulin erhöht.
Es ist also von Vorteil, wenn ausreichend Lactobazillen und Bifidobakterien den Darm besiedeln. Mit einer ballaststoffreichen Ernährung, die vor allem reich an Gemüse, Hülsenfrüchten, Vollkorngetreide und Obst ist, kann die Bakterienpopulation gesteigert werden. Aber ebenso wichtig sind Lebensmittel, die probiotische Bakterienstämme liefern, die vor allem in fermentierten Lebensmitteln wie Sauerkraut, Joghurt, Kefir, Buttermilch uvm. zu finden sind.

Darmbakterien gegen Adipositas
Adipositas wird nach wie vor meist mit einer hochkalorischen Nahrungsaufnahme und Bewegungsmangel induziert. Doch zahlreiche Studien zeigen mittlerweile, dass es auch einen wesentlichen Unterschied zwischen Normal- und Übergewichtigen/Adipösen hinsichtlich der Zusammensetzung des Darm-Mikrobioms gibt. So kommen die beiden Bakterienstämme Bacteroidetes und Firmicutes in unterschiedlicher Population vor – bei Normalgewichtigen konnten mehrheitlich Bacteroidetes-Stämme nachgewiesen werden, während bei den Übergewichtigen die Firmicutes überwiegen. Je höher der Anteil an Bacteroidetes, desto geringer war das Körpergewicht.

Interessant ist für die Wissenschaftler derzeit mehr und mehr die Bedeutung der Bakteriengattungen Prevotella und Bacteroides im Zusammenhang mit dem Krankheitsbild Adipositas und der entsprechenden Ernährungsempfehlung. In Untersuchungen wurden die Probanden in verschiedene Enterotypen eingeteilt – je nachdem welche Bakterienart dominierte -  Prevotella oder Bacteroides. Sie konnten zeigen, dass diese Einteilung einen entscheidenden Einfluss auf den Diäterfolg hatte. Dominierte Prevotella, reagierten die Probanden erfolgreich auf eine Ernährung, die geprägt war von reichlich Ballaststoffen, v.a. Ballaststoffe aus Vollkornprodukten. Hatte der Bakterienstamm Bacteroides die Oberhand, dann war diese Ernährungsweise weniger erfolgreich. Stattdessen war eine Ernährungsform, die die Bifidobakterien förderte, d.h. Lebensmittel, die reich an Inulin (Pastinaken, Topinambur, Lauch, Schwarzwurzel uvm.) waren, besser in der Lage, den Stoffwechsel positiv zu beeinflussen und eine Gewichtsabnahme zu unterstützen.

Fazit
Unser Darm und seine Funktionstüchtigkeit hat immensen Einfluss auf unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden. Aus diesem Grund ist es wichtig, alles daran zu setzen, die Darmgesundheit zu erhalten und die Darmbewohner gut zu versorgen. Dies gelingt am besten mit einer Ernährung, die vor allem vielfältig und reich an Ballast- und Vitalstoffen (Gemüse, Kräuter, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten) ist und dabei weitgehend auf Fertigprodukte verzichtet. Mit einer bunten Mischung dieser Lebensmittel, wie sie auch im Metabolic Balance Ernährungsplan zusammengestellt sind, erhalten die gesundheitsfördernden Darmbakterien reichlich Nahrung und die Möglichkeit, sich fleißig im Darm anzusiedeln. Darüber hinaus dürfen hochwertige Fette (kaltgepresste pflanzliche Öle) und Eiweiße (Seefisch, Nüsse, Milchprodukte, Eier) nicht fehlen. Während die Fette die Energiegewinnung der Darmzellen unterstützt, sind die Eiweiße (Aminosäuren) wichtige Bestandteile zum Aufbau und Reparatur beschädigter Darmzellen.
Beim Metabolic Balance Ernährungsplan werden all diese Kriterien mit berücksichtigt. Trotzdem kann es durchaus sein, dass Teilnehmer mit langjährigen Darmproblemen zu Beginn der Ernährungsumstellung aufgrund einer sehr geschwächten Darmflora Unterstützung benötigen. Hier können Prä- und Probiotika sehr sinnvoll und gut sein.  Aber - „Augen auf beim Einkauf“ – denn viele dieser Prä- und Probiotika enthalten neben einer Vielzahl an Bakterienstämmen reichlich Zusatzstoffe, die wiederum die positive Wirkung der Bakterienstämme zunichtemachen und sich ungünstig auf die Darmflora auswirken.
Empfehlenswert ist z.B. das Metabolic Basics Probiotics B.26. Mit 26 Bakterienstämmen (100 Mrd. Keime) und 24 Kräuter-Gewürz- und Fruchtextrakten bietet es eine hohe Konzentration und bakterielle Vielfalt. Gleichzeitig wirkt es durch die Kräuter- und Gewürzextrakte entzündungshemmend auf den Darm und erleichtert die Ansiedlung wichtiger Darmbakterien im Darm.


Quellen:
1.    Yu Q et al. Lactobacillus protects the integrity of intestinal epithelial barrier damaged by pathogenic bacteria. Front Cell Infect Mircobiol. 5:26.
Doi: 103389/fcimb.2015.00026.
2.    Schumacher B. “Störungen im Darm machen krank“. Ärzte Zeitung 2014 Oct 10; 03:05.
3.    Wehkamp J, Götz M, Herrlinger K, Steurer W, Stange E „Chronisch entzündliche Darmerkrankungen“; Deutsches Ärzteblatt 2016 Feb 5; 113/5
4.    Fischer S. „Genom, Proteom und Mikrobiom – Ein mikrobiologischer Blick in den menschlichen Organismus. Die Naturheilkunde 5/2015
5.    Francesco Asnica et. Al: Microbiome connections with host metabolism and habitual diet from 1098 deeply phenotyped individuals; Nature Medicine (2021; DOI: 10.1038/s41591-020-01183-8)
6.    Christensen L., Roager H. m., astrup a., Hjorth m. f. (2018): microbial enterotypes in personalized nutri-tion and obesity management. am J Clin nutr 108 (4): 645–651
7.    Hjorth m. f., Roager H. m., Larsen T. m., Poulsen S. K.,Licht T. R. Bahl m. I., Zohar Y., astrup a. (2018): Pre-treatment microbial Prevotella-to-Bacteroides ratio, determines body fat loss success during a 6-month randomized controlled diet intervention. Int J Obes 42 (3): 580–583
    

 

 

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